FAQs zur Covid-19-Pandemie

Am 19. Juni hat der Bundesrat über die vierte Etappe der Lockerungen informiert. Unter Auflagen sind nun Veranstaltungen bis zu 1’000 Personen wieder möglich. Zudem wurde der Sicherheitsabstand von zwei auf anderthalb Meter verringert. In seinem Beschluss vom 8. Juli hat der Regierungsrat festgelegt, dass die Musikschulen grundsätzlich das Schutzkonzept des Verbands Zürcher Musikschulen umzusetzen haben. Dieses wird bis Ende Juli aktualisiert.

Die FAQs werden täglich aktualisiert. Neue und geänderte Beiträge bleiben für die Dauer einer Woche durch eine hellblaue Einfärbung gekennzeichnet.

Lockerungen

Auf welcher Rechtsgrundlage beruhen die Lockerungen?

Letzte Aktualisierung 10.7.2020

Zurzeit gelten nachstehende Erlasse: Covid-19-Verordnung zur besonderen Lage (Bundesrat, 19. Juni 2020) pdf 417kB, Erläuterungen zur Covid-19-Verordnung zur besonderen Lage (Bundesamt für Gesundheit, 3. Juli 2020) pdf 218kB, Corona-Pandemie, Schutzkonzepte Bildungseinrichtungen (Regierungsrat des Kantons Zürich, 8. Juli 2020) pdf 80kB. Einen Überblick über die aktuellen Lockerungen bietet das Merkblatt des Bundesamts für Gesundheit pdf 1MB.

Folgende Erlasse sind weiterhin teilweise gültig: Covid-19-Verordnung 2 (Bundesrat, 27. Mai 2020) pdf 405kB, Covid-19 Grundprinzipien zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an obligatorischen Schulen als Grundlage für die Ausarbeitung der Schutzkonzepte der Schulen unter Berücksichtigung der Betreuungseinrichtungen und Musikschulen (Bundesamt für Gesundheit, 8. Juni 2020) pdf 207kB, Corona-Pandemie, Wiederaufnahme Präsenzunterricht an der Volksschule, Schutzkonzept (Regierungsrats des Kantons Zürich, 30. April 2020) pdf 75kB, Wiederaufnahme Präsenzunterricht, Personalrechtliche Themen, Weisung (Volksschulamt Kanton Zürich, 30 April 2020) pdf 264kB, Rahmenschutzkonzept für öffentliche Veranstaltungen (Bundesamt für Gesundheit, 5. Juni 2020) pdf 48kB.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Letzte Aktualisierung 11.6.2020

Die Musikschule muss über ein Schutzkonzept verfügen und dieses konsequent umsetzen. Der Verband Zürcher Musikschulen hat für seine Mitgliedsschulen ein vorschriftsgemässes Schutzkonzept verfasst. Seit dem 6. Juni gilt die zweite Auflage dieses Schutzkonzepts pdf 97kB.

Was alles ist wieder möglich?

Letzte Aktualisierung 11.6.2020

Seit dem 6. Juni ist – unter Einschränkungen – praktisch alles wieder möglich: Präsenzunterricht mit beliebig vielen Schülerinnen und Schülern, Kurse aller Art, Musikalische Grundausbildung und Klassenmusizieren, Proben von Orchestern, Chören und Ensembles, Veranstaltungen bis zu einem Maximum von 300 anwesenden Personen (Akteure und Publikum), Tage der offenen Türe, Instrumentenpräsentationen, Stufentests und so weiter.

Finden auch die Musikalische Grundausbildung und das Klassenmusizieren wieder statt?

Letzte Aktualisierung 11.6.2020

Ja. Seit dem 8. Juni können auch die Volksschulen den Vollbetrieb wieder aufnehmen. Somit findet auch die Musikalische Grundausbildung wieder statt. Klassenmusizieren ist ja schon länger wieder möglich.

Müssen alle Mitarbeitenden wieder in Präsenz arbeiten?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Mitarbeitende, die zu den besonders gefährdeten Personen zählen, haben das Recht, vom Präsenzunterricht und von Präsenzanlässen befreit zu werden. Als besonders gefährdet gelten Personen ab 65 Jahren und solche, die unter folgenden Vorerkrankungen leiden: Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes, Krebs sowie Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen. Über Freistellungen aus anderen Gründen entscheidet die Schulleitung unter Berücksichtigung des geltenden Personalreglements.

Was müssen Mitarbeitende tun, die zu den besonders gefährdeten Personen zählen?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Alle Mitarbeitenden werden von der Schulleitung schriftlich aufgefordert, sich zu melden, falls sie zu den besonders gefährdeten Personen zählen. Sollte die schriftliche Aufforderung ausbleiben, melden sie sich unaufgefordert. Die Meldung bedarf keiner besonderen Form. Eine Mail genügt. Die Art der Gefährdung braucht nicht erwähnt zu werden.

Überdies spricht die Schulleitung jene Mitarbeitenden persönlich an, die wahrscheinlich zu den besonders gefährdeten Personen zählen, das aber nicht gemeldet haben. Diese werden auf die Risiken hingewiesen. Möchte eine Lehr- oder Leitungsperson trotz Gefährdung wieder Präsenzunterricht erteilen oder Präsenzanlässe durchführen, bestätigt sie in einer schriftlichen Erklärung, dass sie dies in Kenntnis der Risiken tut.

Mit welchen Konsequenzen haben Mitarbeitende zu rechnen, die freiwillig in Präsenz arbeiten, obschon sie besonders gefährdet sind?

Letzte Aktualisierung 4.6.2020

Sie gehen ein erhöhtes Risiko ein, am Coronavirus zu erkranken. Das Schutzkonzept des Verbands Zürcher Musikschulen pdf 98kB sieht vor, dass die betreffenden Personen in einer schriftlichen Erklärung bestätigen, dass sie sich des Risikos bewusst sind. Das Vorgehen entspricht dem der Volksschule (Volksschulamt Kanton Zürich, Wiederaufnahme Präsenzunterricht, Personalrechtliche Themen, Weisung, Kapitel 2.2.2  pdf 264kB). Die Erklärung schützt die Musikschule vor allfälligen Klagen wegen Verletzung der Fürsorgepflicht. Für die Mitarbeitenden hat sie keine Folgen. Namentlich der Versicherungsschutz bleibt gewahrt.

Nachdem gelegentlich Kritik an dieser Regelung geübt wurde, hat der Rechtsberater des Verbands Zürcher Musikschulen deren Angemessenheit und Rechtmässigkeit überprüft und bestätigt.

Womit beschäftigen sich Lehrpersonen, die keinen Präsenzunterricht erteilen?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Sie sind verpflichtet, im vollen Umfang ihres Pensums weiterhin Fernunterricht zu erteilen.

Falls sie, aus welchen Gründen auch immer, keinen  oder nur teilweise Fernunterricht erteilen können, stehen sie der Schulleitung im Umfang der ausgefallenen Unterrichtszeit für besondere Aufgaben zur Verfügung. Diese müssen jedoch in einem nachvollziehbaren Zusammenhang mit dem Berufsauftrag stehen.

Was haben Mitarbeitende zu tun, wenn Krankheitssymptome auftreten?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Mitarbeitende mit Krankheitssymptomen (Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Fieber, Muskelschmerzen, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns) begibt sich umgehend in Selbstisolation und nimmt zur Klärung des weiteren Vorgehens mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt telefonisch Kontakt auf.

Wer muss in Quarantäne, wenn in einer Lerngruppe ein Krankheitsfall auftritt?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

 

Erkrankt von einer Lerngruppe (Gruppenunterricht, Kurs, Orchester, Chor, Ensemble) ein einzelnes Kind am Covid-19-Virus, gilt folgende Regelung: Sofern die Sicherheitsabstände eingehalten wurden, entstand kein enger Kontakt. Folglich müssen sich weder die Lehr- und Leitungspersonen noch die übrigen Kinder in Quarantäne begeben, nur das erkrankte Kind. Wenn jedoch in der Folge mehrere Kinder Krankheitssymptome zeigen, müssen alle in Quarantäne, Kinder, Lehr- und Leitungspersonen.
 
Diese Regelung findet sich in den COVID-19 Grundprinzipien zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts (Bundesamt für Gesundheit BAG, Kapitel 5, Seite 3) pdf 207kB

Haben alle Schülerinnen und Schüler wieder Anspruch auf Präsenzunterricht und die Teilnahme an Präsenzanlässen?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Alle Schülerinnen und Schüler, die gesund sind und nicht mit einer am Coronavirus erkrankten Person im gleichen Haushalt leben, dürfen am Präsenzunterricht und allen anderen Präsenzanlässen der Musikschule teilnehmen. Möglich ist das jedoch nur, wenn auch seitens der Lehr- und Leitungspersonen alle Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Falls kein Präsenzunterricht stattfindet, hat die Schülerin oder der Schüler weiterhin Anspruch auf Fernunterricht.

Welche Schülerinnen und Schüler erhalten auch weiterhin keinen Präsenzunterricht und dürfen nicht an Präsenzanlässen teilnehmen?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Schülerinnen und Schüler, die krank sind oder mit einer am Coronavirus erkrankten Person im gleichen Haushalt leben,  erhalten bis auf Weiteres keinen Präsenzunterricht und dürfen auch sonst an keinem Präsenzanlass der Musikschule teilnehmen.

Leider kann nicht überprüft werden, ob sich die Schülerin oder der Schüler oder eine Person in deren Haushalt mit dem Coronavirus angesteckt hat. Wichtig ist deshalb die strenge Einhaltung der im Schutzkonzept des Verbands Zürcher Musikschulen pdf 97kB aufgeführten Massnahmen.

Können Eltern verhindern, dass ihr Kind Präsenzunterricht erhält und an Präsenzanlässen teilnimmt?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Ja. Den Eltern bleibt eine eigene Risikoabwägung vorbehalten. Sie können den Präsenzunterricht und die Teilnahme ihres Kindes an Präsenzanlässen jederzeit ablehnen. Hierzu bedarf es einer Mitteilung an die Lehr- oder Leitungsperson. Falls kein Präsenzunterricht stattfindet, hat die Schülerin oder der Schüler weiterhin Anspruch auf Fernunterricht.

Was geschieht mit Schülerinnen und Schülern, die krank zum Unterricht kommen?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Kranke Schülerinnen und Schüler werden nach Hause geschickt. Bei kleineren Kindern benachrichtigt die Lehr- oder Leitungsperson die Eltern und fordert diese auf, ihr Kind  umgehend abzuholen. Sofern keine andere Verfahrensweise vorgesehen ist, wartet das betreffende Kind im Unterrichtsraum auf seine Eltern.

Darf die Volksschule der Musikschule die Nutzung von Räumlichkeiten in Schulanlagen verbieten?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Es soll vereinzelt (Schul-)Gemeinden und/oder Schulleitungen geben, die der Musikschule die Benutzung von Räumlichkeiten in ihren Schulanlagen untersagen.

Manchmal wird das mit dem Protokollauszug des Regierungsrats vom 30. April 2020 pdf 75kB begründet, der besagt, dass ausserhalb der obligatorischen Fächer gemäss Lehrplan […] kein Präsenzunterricht stattfinden darf. Laut Auskunft des Rechtsdienstes des Volksschulamts ist diese Begründung wenig stichhaltig, da sich der betreffende Passus nicht auf die Musikschulen bezieht. Diese dürfen aufgrund eines Bundesratsbeschlusses wieder Präsenzunterricht erteilen.

Verwehrt eine (Schul-)Gemeinde die Nutzung von Räumlichkeiten aus anderen Gründen, etwa eines durch den Halbklassenunterricht verursachten Engpasses, steht ihr das als Eigentümerin der Schulanlagen zu. Das Volksschulamt sieht keine Möglichkeit, das zu verhindern. Den betroffenen Musikschulen sei empfohlen, der (Schul-)Gemeinde im Gespräch konkrete Lösungen vorzuschlagen.

Schutzkonzept

Wo finde ich das Schutzkonzept?

Letzte Aktualisierung 11.6.2020

Das Schutzkonzept steht hier zum Download bereit. Ab dem 6. Juni gilt die zweite Auflage pdf 97kB.

Auf welchen Rechtsgrundlagen beruht das Schutzkonzept des Verbands Zürcher Musikschulen?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Schutzkonzepte sind laut Covid-19-Verordnung des Bundesrats pdf 405kB die Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Betriebs aller dazu berechtigten Unternehmen und Organisationen. Die Vorgaben für Schutzkonzepte stammen vom Bundesamt für Gesundheit. Darüber hinaus gibt es – im Gegensatz zur verbreiteten Meinung – kein amtliches Organ, das Schutzkonzepte vor deren Inkraftsetzung prüft und genehmigt. Es ist vielmehr der einzelne Betrieb, der sein Schutzkonzept in Kraft setzt und dessen Umsetzung verantwortet.

Das Verfassen eines  Schutzkonzepts ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Um die einzelnen Betriebe zu entlasten, sind es deshalb oft die Branchenverbände, die ihren Mitgliedern ein Schutzkonzept zur Verfügung stellen. So auch der Verband Zürcher Musikschulen. Dieser hat die erste Auflage seines Schutzkonzepts  schon früh dem Bundesamt für Gesundheit und der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich zur Kenntnisnahme zugestellt und hiermit dazu beigetragen, dass die Musikschulen den Präsenzunterricht bereits am 11. Mai wieder aufnehmen durften. Die vorliegende zweite Auflage pdf 97kB ist eine Erweiterung der ersten Auflage.

Ob der einzelne Betrieb die vom Bundesamt für Gesundheit erlassenen Verhaltens- und Hygieneregeln einhält, wird von den kantonalen Gesundheitsämtern durch Stichproben überprüft. Bei Zuwiderhandlung ist mit Bussen zu rechnen.

Wer setzt das Schutzkonzept in Kraft?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Auch die zweite Fassung des Schutzkonzepts pdf 97kB muss von der einzelnen Musikschule in Kraft gesetzt werden. Dessen Inhalte verantwortet der Verband Zürcher Musikschulen. Die konsequente Umsetzung ist Sache der Musikschulen.

Wie wird die Einhaltung des Schutzkonzepts überprüft?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Ob die Musikschule das Schutzkonzept pdf 97kB konsequent umsetzt und somit auch die vom Bundesamt für Gesundheit erlassenen Verhaltens- und Hygieneregeln einhält, wird von den kantonalen Gesundheitsämtern durch Stichproben überprüft. Bei Zuwiderhandlung ist mit Bussen zu rechnen.

Wo gilt das Schutzkonzept und wo nicht?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Das Schutzkonzept pdf 97kB gilt für den Präsenzunterricht mit beliebig vielen Schülerinnen und Schülern, für Kurse aller Art, für Proben von Orchestern, Chören und Ensembles, für Veranstaltungen bis zu einem Maximum von 300 anwesenden Personen (Akteure und Publikum) und somit auch für Tage der offenen Türe, Instrumentenpräsentationen, Stufentests und andere Anlässe.

Veranstaltungen mit über 300 Anwesenden (Akteure und Publikum) fallen weiterhin unter das Versammlungsverbot und sind deshalb nicht Gegenstand des Schutzkonzepts.

Das Schutzkonzept gilt nicht für die Verwaltung und andere Funktionsbereiche der Musikschule, die indirekt zur musikpädagogischen Leistungserstellung beitragen.

Gilt das Schutzkonzept auch für die Musikalische Grundausbildung und das Klassenmusizieren?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Für die Musikalische Grundausbildung, das Klassenmusizieren und andere Unterrichtsanlässe in Klassenverbänden der obligatorischen Schule ist das Schutzkonzept der betreffenden Volksschule dem Schutzkonzept der Musikschule übergeordnet. Bestehen Abweichungen zwischen den beiden Konzepten, gilt das der betreffenden Volksschule.

Gilt das Schutzkonzept auch, wenn Präsenzunterricht und Präsenzanlässe der Musikschule in Gebäuden der Volksschule stattfinden?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Finden Präsenzunterricht und Präsenzanlässe in Gebäuden der Volksschule statt, ist diese für die Durchführung der gebäudebezogenen Vorkehrungen gemäss Kapitel 4 des Schutzkonzepts pdf 97kB zuständig. Für alle anderen Massnahmen bleiben der Schutzbeauftragte der Musikschule und die Lehr- und Leitungspersonen verantwortlich.

Im Kapitel 8 des Schutzkonzepts pdf 97kB wird ein Reinigungsumfang gefordert, der die Möglichkeiten der betreffenden Volksschule womöglich übersteigt. Wenn das der Fall ist, wird die Musikschule nicht umhin kommen, die Volksschule für den Mehraufwand zu entschädigen oder selbst Reinigungskräfte zu stellen.

Gilt das Schutzkonzept auch dann noch, wenn der Bundesrat weitere Lockerungen beschliesst?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Sobald der Bundesrat neue Lockerungen beschliesst, wird der Verband Zürcher Musikschulen sein Schutzkonzept pdf 97kB überarbeiten.

Lässt das Schutzkonzept den Musikschulen und Lehrpersonen einen Ermessensspielraum?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Jedes Reglement verfügt über einen gewissen Ermessensspielraum. Der eines Schutzkonzepts ist naturgemäss klein. Schliesslich steht die Gesundheit von Menschen auf dem Spiel. Schulleitende, Schutzbeauftragte, Lehr- und Leitungspersonen werden es sich gut überlegen müssen, ob sie die Verantwortung für eine lockerere Interpretation des Standards übernehmen wollen. Andererseits dürfte eine strengere Interpretation Widerstände hervorrufen.

Keine Frage, die vom Bundesamt für Gesundheit BAG erlassenen Verhaltens- und Hygieneregeln müssen von allen eingehalten werden: Abstand halten, kein Händeschütteln, häufiges und gründliches, Händewaschen, in Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen. Für andere Regeln im Schutzkonzept pdf 97kB ist es von Vorteil, die Hintergründe zu kennen, bevor über eine lockerere oder strengere  Interpretation entschieden wird.

Die kontroversesten Regeln werden nachstehend kommentiert.

Gilt nach wie vor ein genereller Sicherheitsabstand von zwei Metern?

Letzte Aktualisierung 11.6.2020

Ja. Ab dem 6. Juni sind jedoch Ausnahmen möglich.

Sofern der Musikschule die Kontaktdaten der beim jeweiligen Anlass anwesenden Personen bekannt sind, genügt es, wenn bei Proben und im Bühnenbereich von Veranstaltungen folgende Sicherheitsabstände eingehalten werden: zwischen Sängerinnen und Sängern zwei Meter, zwischen Bläserinnen und Bläsern ein Meter seitwärts und zwei Meter nach vorne, bei allen übrigen Instrumenten ein Meter. Sind die Kontaktdaten nicht bekannt, müssen alle einen Sicherheitsabstand von zwei Metern einhalten.

Im Publikum muss ein Sicherheitsabstand von zwei Metern eingehalten werden. Sofern der Musikschule die Kontaktdaten der beim jeweiligen Anlass anwesenden Personen bekannt sind, ist bei Veranstaltungen mit Bestuhlung zwischen den Stühlen und Stuhlreihen ein Abstand von einem Meter ausreichend. Zwischen grösseren bestuhlten Flächen müssen Durchgänge vorhanden sein.

In Unterrichtsräumen muss weiterhin ein Sicherheitsabstand von zwei Metern eingehalten werden. Hier gibt es keine Ausnahmen. Es geht um den Schutz der Lehrperson.

Dasselbe gilt im Grunde bei Kursen. Doch wenn bei Kursen, Proben und Veranstaltungen nur Kinder unter 10 Jahren mitwirken –  ausser den Lehr- und Leitungspersonen natürlich –, kann unter den Kindern auf die Einhaltung eines Sicherheitsabstands verzichtet werden. Gegenüber den Lehr- und Leistungspersonen jedoch gilt weiterhin ein Sicherheitsabstand von zwei Metern.

Welcher Flächenbedarf resultiert aus den Schutzabständen?

Letzte Aktualisierung 11.6.2020

Die verfügbare unmöblierte Fläche in Unterrichtsräumen darf weiterhin nicht kleiner sein als acht Quadratmeter, vier für die Lehrperson und vier für die Schülerin oder den Schüler. Bei jeder zusätzlichen Schülerin und jedem zusätzlichen Schüler kommen vier Quadratmeter hinzu.

Für Kursräume gelten ebenfalls vier Quadratmeter pro anwesende Person, es sei denn, es wirken (ausser den Lehr- und Leitungspersonen) nur Kinder unter 10 Jahren mit. Den Musikschulen wird für diesen Fall empfohlen, eine Fläche von zwei Quadratmetern pro Kind nicht zu unterschreiten.

Zur Berechnung der erforderlichen Raumgrösse von Proben- und Veranstaltungsräumen steht den Musikschulen eine Tabelle zur Verfügung pdf 46kB.

Darf der Raum kleiner sein, wenn Schutzmasken getragen werden?

Letzte Aktualisierung 1.6.2020

Der im Hilfsblatt zur Berechnung der Raumgrössen pdf 46kB aufgeführte Flächenbedarf darf nicht unterschritten werden – Schutzmasken hin oder her. Das Coronavirus breitet sich über Aerosole in der Atemluft aus. Umstritten ist lediglich, ob auf diesem Weg eine Ansteckung erfolgen kann. Auch wenn dazu verlässliche Zahlen fehlen, ist davon auszugehen, dass die Sättigung der Atemluft mit infektiösen Aerosolen in kleinen Räumen schneller erfolgt als in grossen. Zudem erschweren Schutzmasken die Wahrnehmung von Emotionen, auf die es beim Musizieren ankommt. Die im Schutzkonzept pdf 97kB genannten Sicherheitsabstände erlauben das Musizieren ohne Schutzmasken.

Reichen die Sicherheitsabstände aus, um Bläserinnen und Bläser, Sängerinnen und Sänger vor einer Ansteckung zu schützen?

Letzte Aktualisierung 3.6.2020

Aufgrund des aktuellen Wissensstands geht der Verband Zürcher Musikschulen davon aus, dass die direkte gegenseitige Beeinträchtigung von Bläserinnen und Bläsern sowie Sängerinnen und Sängern durch Tröpfchen und Aerosole in der Atemluft deutlich kleiner ist, als man gemeinhin annehmen würde. Die Gefahr einer Ansteckung wird durch die allgemein gültigen Hygiene- und Verhaltensmassnahmen ausreichend gemindert.

Zu diesem Schluss kommt auch Dr. Thomas Eiche, Arbeitshygieniker SGAH, dessen Untersuchung zu Aerosolen und Tröpfchen in der Atemluft im Schutzkonzept für Theater-, Konzert- und Veranstaltungsbetriebe pdf 110kB publiziert ist.

Wichtig ist jedoch, dass Unterrichts-, Kurs- und Probenräume nach jedem Anlass und in den Pausen ausgiebig gelüftet werden.

Welcher Sicherheitsabstand gilt beim Eltern-Kind-Musizieren?

Letzte Aktualisierung 4.6.2020

Erwachsene müssen einen Sicherheitsabstand von zwei Metern einhalten. Zwischen der Mutter oder dem Vater und dem eigenen Kind bedarf es keines Sicherheitsabstands. Auch nicht unter den Kindern. Daraus folgt: Eltern, die mit ihrem Kind zugange sind, müssen gegenüber anderen Eltern mit ihren Kindern zwei Meter Abstand halten.

Wie werden Blasinstrumente gereinigt?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Für Blasinstrumente sind spezielle Reinigungsmittel von verschiedenen Herstellern erhältlich. Hinsichtlich deren Wirksamkeit bleibt nichts anderes, als sich auf die Angaben der Hersteller zu verlassen. Hier eine kleine Auswahl: FlautiSept, Desinfektionsmittel für Blockflöten, Heyday’s Langzeit-Desinfektion für Mundstücke von Blechblasinstrumenten und Traversflöten, Heyday’s Langzeit-Desinfektion für Mundstücke von Holzblasinstrumenten, Rieger Clean, Desinfektionsspray für Musikinstrumente.

Wie werden Tasteninstrumente gereinigt?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Bei häufigem Gebrauch können alkoholhaltige Desinfektionsmittel dem Instrument Schaden zufügen. Das Musikhaus Fischer zeigt in einem Video, wie Tasteninstrumente schonend gereinigt werden können.

Wem das zu aufwändig ist, der kann spezielle Reinigungsmittel verwenden, die von einigen Herstellern angeboten werden, zum Beispiel von Piano Rätia. Hinsichtlich Wirksamkeit bleibt nichts anderes, als sich auf die Angaben der Hersteller zu verlassen.

Wie werden Harfen gereinigt?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Die Online Harfenschule zeigt in einem Video, wie Harfen schonend gereinigt werden können.

Kurzarbeit

Welches Ziel verfolgt der Staat mit der Kurzarbeitsentschädigung?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Als Kurzarbeit bezeichnet man die vorübergehende teilweise oder vollständige Einstellung der Arbeit in einem Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen, aufgrund von behördlichen Massnahmen und infolge anderer, vom Arbeitgeber nicht beeinflussbarer Umstände. Mit der Kurzarbeitsentschädigung erstattet die Arbeitslosenversicherung den von Kurzarbeit betroffenen Betrieben einen Teil der Lohnkosten. Damit sollen Kündigungen verhindert werden.

Nach welchen Grundsätzen erfolgt die Auszahlung der Kurzarbeitsentschädigung während des Corona-Shutdowns?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Der Bundesrat hat die Anspruchsberechtigung ausgeweitet und das Verfahren zur Anmeldung und Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung vereinfacht. Über die Details gibt die Website von arbeit.swiss Auskunft.

Welche Musikschulen haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Öffentlichrechtliche Betriebe und Organe haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Dazu gehören alle Musikschulen, die Teil einer (Schul-)Gemeinde sind. Kurzarbeit können nur die privatrechtlichen Musikschulen anmelden.

Es gibt privatrechtliche Musikschulen, die keine Kurzarbeit anmelden, weil sie aufgrund von Vereinbarungen mit den (Schul-)Gemeinden, davon ausgehen können, dass diese den Aufwandüberschuss (Gesamtaufwand nach Abzug der Elternbeiträge und des Staatsbetrags) auch für die Zeit des Shutdowns übernehmen. Allen Musikschulen, für die das nicht zutrifft, sei die Anmeldung von Kurzarbeit dringend empfohlen.

Für welche Mitarbeitenden kann Kurzarbeit angemeldet werden?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Kurzarbeit kann grundsätzlich für alle Mitarbeitenden angemeldet werden, die ihrer Arbeit aufgrund des Shutdowns der Musikschulen teilweise oder vollumfänglich nicht nachkommen können: MGA-Lehrpersonen, Lehrpersonen des Klassenmusizierens, Leitende von Ensembles, Orchestern und Chören, Kursleitende, Instrumental- und Vokallehrpersonen, die keinen oder nur partiellen Fernunterricht anbieten (unabhängig von Grund), Schulleitende, Mitarbeitende der Verwaltung und der Dienste (Hauswarte u.a.).

Die Musikschulen können Kurzarbeit auch für Mitarbeitende anmelden, die in einem befristeten Arbeitsverhältnis stehen, sowie für Personen, die auf Abruf für die Musikschule tätig sind, sofern sie das vorher über sechs Monate waren.

Doch wie wird vorgegangen, wenn Personen von der Musikschule für eine einzelne Veranstaltung gebucht wurden, die dann nicht stattfinden konnte (Korrepetitierende, Jurierende u.a.)? Diese stehen mit der Musikschule nicht in einem Arbeits-, sondern in einem Auftragsverhältnis.Ein Honorar ist nicht geschuldet. Ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht nicht.

Kann auch für MGA-Lehrpersonen und Lehrkräfte des Klassenmusizierens Kurzarbeit angemeldet werden?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Wie gesagt, können privatrechtliche Musikschulen Kurzarbeit grundsätzlich für alle Musiklehrpersonen anmelden, die nicht unterrichten können. Es gibt jedoch  Musikschulen, die das für MGA-Lehrpersonen und Lehrkräfte des Klassenmusizierens nicht tun, weil der Leistungsauftrag mit den (Schul-)Gemeinden so abgefasst ist, dass von einer Zahlungspflicht auch im Falle des Nichtstattfindens ausgegangen werden kann.

Den Musikschulen sei empfohlen, bei den betreffenden (Schul-)Gemeinden abzuklären, ob eine solche Zahlungspflicht erkannt wird. Dem Verband Zürcher Musikschulen sind Fälle bekannt, in denen die (Schul-)Gemeinde den Leistungsauftrag anders auslegt bzw. eine Zahlungspflicht ausschlägt.

Wenn auf Beschluss der (Schul-)Gemeinde keine MGA stattfindet und keine Zahlungspflicht erkannt wird, soll die Musikschule für die betroffenen Musiklehrpersonen Kurzarbeit anmelden. Wenn die Anerkennung der Zahlungspflicht fraglich ist, soll sie es vorsorglich tun, so das Fazit.

Ab welchem Arbeitsausfall kann Kurzarbeit angemeldet werden?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Der Arbeitsausfall muss mindestens 10 Prozent der Soll-Arbeitszeit aller Mitarbeitenden betragen.

Ab welchem Datum kann Kurzarbeit angemeldet werden?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Zu jedem Zeitpunkt ab sofort, aber nicht rückwirkend. Die Voranmeldung muss dem Amt für Wirtschaft und Arbeit AWA zwar vor Beginn der Kurzarbeit eingereicht werden, eine Voranmeldefrist besteht jedoch nicht. Diese wurde aufgehoben.

Braucht es das Einverständnis der von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeitenden?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Für die Anmeldung braucht es das Einverständnis nicht. Bei der Abrechnung muss es jedoch vorliegen. Die Mitarbeitenden müssen mit der Lohnkürzung auf 80 Prozent des vereinbarten Lohns einverstanden sein. Zur Einholung des Einverständnisses kann das Formular pdf 573kB der Arbeitslosenversicherung ALV verwendet werden.

Zahlt die Musikschule den Mitarbeitenden freiwillig weiterhin 100 Prozent des vereinbarten Lohns, müssen diese der Kurzarbeit nicht zustimmen.

Wie ist vorzugehen?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Das Anmelde- und Abrechnungsverfahren wird kurz und bündig in der Grafik pdf 241kB des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO beschrieben. Weitere Informationen sind auf der Website von arbeit.swiss und der des Amtes für Wirtschaft und Arbeit zu finden.

Voranmeldung:
Die Voranmeldung der Kurzarbeit erfolgt mit dem entsprechenden Formular Excel 70kB an die Mailadresse voranmeldung.kurzarbeit@vd.zh.ch oder an die Postadresse Amt für Wirtschaft und Arbeit, Arbeitslosenversicherung, Kurzarbeit, Stampfenbachstrasse 32, 8090 Zürich.

Verfügung:
Auf die Voranmeldung antwortet die Arbeitslosenversicherung mit einer Verfügung. Diese ist wie folgt zu interpretieren:

Die Mitteilung «Gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung erheben wir keinenEinspruch.» bedeutet, dass die Kurzarbeit bewilligt wurde. Die Bewilligungsdauer beträgt aufgrund der aktuellen Situation neu 6 Monate.

Die Mitteilung «Gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung erheben wir teilweise Einspruch.» bedeutet, dass die Kurzarbeit teilweise bewilligt wurde. Das bezieht sich auf die Bewilligungsdauer oder auf andere Gründe, die in der Verfügung allenfalls beschrieben werden.

Die Mitteilung «Gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung erheben wir Einspruch.» bedeutet, dass die Kurzarbeit nicht bewilligt wurde.

Abrechnung:
Der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich kann der Antrag zur Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung per E-Formular eingereicht werden. Detaillierte Informationen sind den Erläuterungen pdf 294kB zu entnehmen.

Das Antragsformular inklusive Unterlagen muss für jeden Monat einzeln eingereicht werden. Es darf frühestens ab dem 26. des laufenden Monats und muss spätestens bis drei Monaten nach Ende des von Kurzarbeit betroffenen Monats eingereicht werden. Die Auszahlung erfolgt frühestens ab dem ersten Tag des Folgemonats.

Braucht es eine Arbeitzeiterfassung?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Ja. Alle Mitarbeitenden, für die Kurzarbeit angemeldet werden soll, müssen ihre Arbeitszeit erfassen.

In der Abrechnungstabelle Excel 18kB des Verbands Zürcher Musikschulen, die dem Antrag auf Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung beizulegen ist, muss nur die Unterrichtszeit erfasst werden. Die Tätigkeiten in der unterrichtsfreien Zeit berücksichtigt die Abrechnungstabelle automatisch. Zur Erfassung der Unterrichtszeit kann das Formular Excel 17kB des Verbands Zürcher Musikschulen oder ein anderes Hilfsmittel verwendet werden.

Wie wird die ausgefallene Arbeitszeit korrekt berechnet?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Die korrekte Abrechnung der Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung ist eine knifflige Angelegenheit. Was die Musiklehrpersonen betrifft, geht es ja nicht nur um den Unterricht, der teilweise oder ganz ausfallen musste, sondern auch um einzelne Aufgaben des Berufsauftrags, die wegen des Shutdowns nicht wahrgenommen werden konnten. Der Verband Zürcher Musikschulen hat deshalb auf der Grundlage des geltenden Besoldungsreglements eine Abrechnungstabelle Excel 18kB entwickelt, die den Musikschulen die Arbeit erleichtert. Mit dieser Tabelle können sowohl die Musiklehrpersonen als auch die übrigen Mitarbeitenden abgerechnet werden. Die beiden Ergebniswerte (Soll- und Ausfallstunden) können direkt in den Antrag zur Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung übertragen werden. Die ausgedruckte und unterzeichnete Abrechnungstabelle ist, zusammen mit dem Antrag, der Arbeitslosenkasse einzureichen. Fürs Erste sind die Soll- und Ausfallstunden durch die Abrechnungstabelle ausreichend belegt. Für den Fall, dass die Arbeitslosenkasse weitere Belege einfordert, ist die Arbeitszeiterfassung der von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeitenden bereitzuhalten.

Kann die Musikschule den Mitarbeitenden freiwillig 100 Prozent des Lohns auszahlen?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Ja. Musikschulen, die Kurzarbeitsentschädigung beziehen, dürfen den betroffenen Mitarbeitenden weiterhin 100 Prozent des vereinbarten Lohns auszahlen.

Die Mitarbeitenden müssen der Kurzarbeit nicht zustimmen, wenn ihnen weiterhin 100 Prozent des vereinbarten Lohns ausbezahlt wird.

Schulgeld

Haben Schülerinnen und Schüler beziehungsweise deren Eltern Anspruch auf Rückerstattung des Schulgelds?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Die Rechtslage ist unklar. Immerhin kommen die meisten Sachverständigen mehr oder weniger deutlich zum Schluss, dass die Zahlungspflicht einer Kundin oder eines Kunden entfällt, wenn der Anbieter seine Dienstleistung wegen behördlichen Anordnungen nicht aufrechterhalten kann. Einseitig zu Ungunsten der Kundin oder des Kunden formulierte Allgemeine Geschäftsbedingungen oder Verträge verstossen möglicherweise gegen das Lauterkeitsprinzip. Andererseits können die Kunden ein annähernd gleichwertiges Angebot nicht einfach ausschlagen.

Für die Musikschulen lässt sich daraus – im Sinne einer Empfehlung – das folgende Vorgehen ableiten: Das Schulgeld für Präsenzunterricht, der ausgefallen ist und nicht durch Fernunterricht ersetzt werden konnte, ist den Eltern oder erwachsenen Lernenden zurückzuerstatten oder zu erlassen. Um Konflikten vorzubeugen, wird den Musikschulen empfohlen nicht zu unterscheiden, ob die Gründe für das Nichtstattfinden des Fernunterrichts bei der Schülerin, dem Schüler oder der Lehrperson lagen.

Wie wird das geschuldete Schulgeld berechnet?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Quantitativ wird Fernunterricht dem Präsenzunterricht gleichgesetzt. Das heisst für ein- und dieselbe Unterrichtsdauer gilt auch ein- und dasselbe Schulgeld als geschuldet.

Den Musikschulen wurde schon früh empfohlen, von den Lehrpersonen die minutengenaue Aufschreibung der Unterrichtsanlässe einzufordern. Dafür kann die Tabelle des Verbands Zürcher Musikschulen Excel 17kB oder ein anderes Hilfsmittel verwendet werden.

Das geschuldete Schulgeld errechnet sich im Verhältnis des Unterrichts, der stattgefunden hat, zum Unterricht, der nicht stattgefunden hat. Die Vor- und Nachbereitungszeit, die vor allem zu Beginn des Fernunterrichts deutlich grösser war, als beim gewohnten Präsenzunterricht, ist bei der Berechnung des Schulgelds zu vernachlässigen.

Kann eine Musikschule auch pauschale Nachlässe auf das Schulgeld gewähren?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Pauschale (nicht individuelle) Nachlässe auf das Schulgeld sind nur dann vertretbar, wenn die Aufschreibung der Unterrichtsanlässe versäumt wurde oder der administrative Aufwand für eine individuelle Berechnung des geschuldeten Schulgelds unverhältnismässig wäre. Es obliegt den einzelnen Musikschulen, pauschale Nachlässe ihren Kunden gegenüber stichhaltig zu begründen.

Ist es sinnvoll, den Kunden aus qualitativen Gründen einen Nachlass auf das Schulgeld zu gewähren?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Kein didaktisch noch so ausgefeilter Fernunterricht kann die persönliche Interaktion zwischen Lehrperson und Schülerin oder Schüler ersetzen. Zuweilen ist von Eltern zu hören, sie hätten keinen Fernunterricht bestellt. Mag sein, doch sie haben Musikunterricht bestellt. Und während des Shutdowns konnten die Lehrpersonen ihre Schülerinnen und Schüler nur über Fernunterricht erreichen. Sie haben diesen folglich die höchste Qualität geboten, die unter den gegebenen Umständen möglich war. Ein Nachlass beim Schulgeld aus qualitativen Gründen ist ungerechtfertigt und sendet das falsche Signal aus.

Ist es sinnvoll, den ausgefallenen Unterricht in die Nachcoronazeit zu verschieben?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Solange nicht abgeschätzt werden kann, in welchem Umfang die Schülerzahlen ab nächstem Semester einbrechen werden – wenn überhaupt –, ist es nicht sinnvoll, den ausgefallenen Unterricht zu verschieben. Es dürfte nicht im Interesse der Musikschule liegen, die Kapazitäten vorübergehend zu erhöhen, um verschobenen Unterricht abzuarbeiten. Kommt hinzu, dass eine Erhöhung der Unterrichtszeit längst nicht für alle Schülerinnen und Schülern von Vorteil ist.

In welcher Form erhalten die Kunden ihr Geld zurück?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Falls die Schulgelder für das laufende Semester bereits zum üblichen Tarif verrechnet und teilweise bezahlt wurden, muss sich die Musikschule entscheiden, ob sie zurückzahlen oder auf das kommende Semester gutschreiben will.

Will die Musikschule zurückzahlen, erhalten die Kunden eine neue Rechnung, die die alte ersetzt. Zusammen mit der neuen Rechnung werden die Kunden um Angabe der Bankverbindung für eine allfällige Rückzahlung gebeten.

Will die Musikschule auf das kommende Semester gutschreiben, erhalten die Kunden eine Gutschrift. Wer davon keinen Gebrauch machen kann, weil er sein Kind vom Musikunterricht abgemeldet beziehungsweise den Vertrag gekündigt hat, erhält – wie oben erläutert – eine neue Rechnung und wird gebeten, die Bankverbindung für eine allfällige Rückzahlung bekanntzugeben.

Falls die Schulgelder für das laufende Semester noch nicht verrechnet wurden, erhalten die Kunden eine Rechnung für den bis zum Shutdown geleisteten Präsenz- und den anschliessend geleisteten Fernunterricht.

Mit pauschalen Nachlässen wird analog verfahren. Diese können auf der Rechnung für das laufende oder das kommende Semester gewährt werden.

Wie ist mit Abonnements zu verfahren?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Den Musikschulen wird empfohlen, die Bezugsfrist für den Abonnementsunterricht (sofern eine solche besteht) zu verlängern.

Der Ausfall des Abonnementsunterrichts während des Shutdowns kann bei den Lehrpersonen zu finanziellen Engpässen führen. Womöglich ist es sinnvoll, den Lehrpersonen den Lohn für den Unterricht aus verkauften Abonnements vorzuschiessen.

Weitere Fragen

Sollen die Anmeldefristen für neue Schülerinnen und Schüler unverändert beibehalten werden?

Letzte Aktualisierung 11.6.2020

Ziel ist, die erwarteten Abmeldungen möglichst durch Neuanmeldungen zu kompensieren. Das erfordert gegebenenfalls eine Verlängerung der Anmeldefrist. Den Lehrpersonen sollte das minimale Pensum des nächsten Semesters vor den Sommerferien kommuniziert werden können. Zu empfehlen wäre also die Festlegung des Anmeldefrist auf Ende Juni. Über die Anmeldefrist hinaus können dann – nach Absprache mit der jeweiligen Lehrperson – weitere Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. Selbstverständlich muss der Beginn eines Vertrags, der mit den Eltern nach Semesterbeginn abgeschlossen wird, dem Datum des ersten Unterrichtsanlasses  entsprechen, den die Schülerin oder der Schüler besucht. Das für ein angebrochenes Semester zu bezahlende Schulgeld bemisst sich nach der Anzahl verbleibender Unterrichtsanlässe bis zum Semesterende.

Die Bekanntgabe der verlängerten Anmeldefrist könnte wie folgt formuliert sein: Anmeldeschluss ist der  [Tag. Monat]. Spätere Anmeldungen werden nach Möglichkeit berücksichtigt.

Was geschieht mit bereits geleisteten Zahlungen für Austauschschüler, wenn der Unterricht ausgefallen ist?

Letzte Aktualisierung 3.6.2020

Der Vorstand des Verbands Zürcher Musikschulen hat Folgendes beschlossen: Fallen Lektionen, die im Rahmen der Zusammenarbeitsregelung zu erteilen gewesen wären, während des Corona-Shutdowns ganz oder teilweise aus, verzichtet die Musikschule der Wohngemeinde der Schülerin/des Schülers auf eine Rückforderung bereits geleisteter Zahlungen.

Wer beantwortet weitere Fragen?

Letzte Aktualisierung 20.5.2020

Bitte wenden Sie sich mit weiteren Fragen an die Geschäftsstelle des Verbands Zürcher Musikschulen, vielen Dank.

info@vzm.ch
+41 43 243 87 77


Verband Zürcher Musikschulen
Weberstrasse 10
8004 Zürich

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